Doing history

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Doing history

Ob auf archäologischen Themenwanderungen, Mittelalter-Spektakeln, auf Festumzügen und im Karneval, in diversen TV-Formaten und in rekonstruierten Settings, die historische Bedingungen herstellen und erfahrbar machen sollen – überall hier werden emotionale Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen und letztlich ‚Geschichte gemacht‘. Gemeinsam ist diesen körperlichen Praktiken, dass es sich um Vergegenwärtigungen handelt, die nicht in der Vermittlung von Geschichte aufgehen und auch als ‚Living History‘ nur noch bedingt zu fassen sind. 0Diese körperlichen Geschichtspraktiken haben zwar eine lange Tradition, aber seit den 1980er Jahren nahm ihre Bedeutung stark zu. Erforscht sind sie noch kaum. Dieser Sammelband nimmt sich dieses Desiderates an. Er ist fach- und epochenübergreifend angelegt und verfolgt einen Praxisfokus. Das Konzept des ‚doing history‘ bildet dabei den begrifflichen Rahmen für die Beiträge. Im Sinne von Performanzforschungen steht die Herstellung von Bedeutung im Vollzug von Handlungen im Vordergrund, bei der alle Anwesenden, aber auch Dinge und Atmosphären, mitwirken.